Das Victorian House am Viktualienmarkt ist Kult und für Alle mit Anglophilie sozusagen das neue Wohnzimmer. 🙂 Das Victorian House ist ein Restaurant, spezialisiert auf die englische Küche und bekannt für eine unglaubliche Vielzahl an unterschiedlichen Teesorten. Eröffnet hat das Haus im Jahr 2001 und gehört seit dem zu jenen Lokalen, welche man aufsucht, wenn man sich nach toller Innenausstattung mit kostbaren Antiquitäten, prunkvollem Ambiente und englischen Speisen – etwas „Besonderem“ eben – sehnt.


So war ich vor Kurzem relativ spontan mit meiner Begleitung dort zum Frühstücken. Wir riefen vorab telefonisch an und bekamen zugesagt, dass ein Tisch für uns bis zu unserer Ankunft freigehalten wird. Als wir reinkamen waren zahlreiche Tische frei und wir wurden von einer jungen freundlichen Bedienung im hinteren Bereich des großen Restaurants platziert. Das Victorian Haus überzeugt sofort nach dem Eintreten: Mit kleiner Bar – auf der zahlreiche frische Kuchen standen, mit vielen prunkvollen Bildern, gelben Wänden, hohen Stuckdecken, schweren Blumenmuster-Vorhängen, in wuchtigen Rahmen gerahmte original Ölgemälde, handgestickte Gobelin-Kissen auf den Bänken, dunklen Möbeln, Terracotta-Böden und zahlreichen Details, welche einen fühlen lassen, als wäre man durch das Eintreten zurück in der Zeit ins frühere England gereist. Im hinteren Bereich – ein etwas abgesonderter Raum – gefiel es uns aber nicht so gut, da es ziemlich düster war und auch streng nach Küche roch. Wir durften uns aber sofort in den vorderen Bereich vor setzen, als wir fragten. Vorne – auf der langen grünlichen Bank, direkt bei den Fenstern mit riesigen, chinesischen Blumenvasen, gefiel es uns schon besser, das Tageslicht strömt durch die Fensterfront in das Lokal, es wirkt hell und freundlich. Es entsteht schnell gemütliches Wohnzimmerambiente im edlen Stil. Ich fühlte mich wohl, vor Allem auch, weil wir rasch und höflich bedient wurden und rund um Alles passte. Seht Euch am besten auf den von mir geknipsten Bildern das Ambiente an und ihr werdet schnell verstehen, warum es hier so gemütlich ist. Obwohl die Tische relativ nah beisammen stehen fühlten wir uns dennoch nicht eingeengt oder belauscht. Unser Frühstück passte beispielsweise nicht auf einen Tisch und so zog uns der freundliche Kellner sofort den Nebentisch zu uns heran.

Nach dem wir die riesigen DIN A3 Speisekarten studiert hatten, die zahlreichen unterschiedlichen Frühstücke durchlasen und uns endlich entschieden hatten bestellten wir bei dem stets aufmerksamen und dennoch zurückhaltenden Personal. Wir entschieden uns für zwei unterschiedliche Frühstücke. Ich entschied mich nach einigem Überlegen für das „Knightsbridge“ für 9€, bestehend aus drei Rühreiern mit geräuchertem Lachs und Tomatenwürfeln, dazu ein Brotkorb und Butter. Meine Begleitung wählte das „Chelsea“ für 13,40€, welches eine Schale Obstsalat, ein Glas frischen Orangensaft (0,1l), ein frisch gebackenes Croissant, eine Auswahl an Frühstückssemmeln, Marmelade, Honig, Nutella, Butter und internationale Käse- sowie Wurstsorten umfasst. Dazu bestellten wir für meine Begleitung noch ein einfaches Omelette „Natur“ (für 4,90€). Dieses hätte es alternativ z.B. auch noch mit Speck, Zwiebeln, Pilzen oder Kartoffeln mit Speck gegeben hätte. Mit geräuchertem Lachs hätte es 8,20€ gekostet. Zum Trinken wählte ich eine Cola light (2,90€), meine Begleitung einen Cappuccino (2,80€). Sicherlich sollte man in dem Restaurant „The Victorian House“ eigentlich Tee trinken, da die Auswahl an unterschiedlichen Tees wie erwähnt unschlagbar ist und zahlreiche Sorten darauf warten von Euch getestet zu werden – mir war jedoch mehr nach kaltem. Negativ anzumerken ist, dass es sich bei dem servierten und auf der Speisekarte als „frischer Orangensaft“ angepriesenen Saft definitiv um Saft aus der Tüte oder Flasche handelte. Nicht so wild, da das Frühstück preislich in Ordnung war, dennoch nicht das, was man erwartet. Der gereichte Brotkorb war sehr üppig und die zahlreichen kleinen und schön weichen Semmelchen waren vollkommen ausreichend – bzw. blieb viel übrig davon. Das Croissant war zart und frisch aufgebacken.

Die Tees gibt´s für die Eiligen unter Euch auch zum Mitnehmen und überzeugen durch den Fakt, dass sie ausschließlich im Sieb und nicht in typischen Teebeutelchen den Geschmack ins Teewasser abgeben. Neben dem Frühstück überzeugt das Victorian House mit zahlreichen köstlichen Hauptgerichten (ab 12 Uhr), wie z.B. Risotto mit Erbsen, Gorgonzola, Erdnüssen, etc. für 11,80€; typisch englischem Fish & Chips für 15,80€; Steak and ale pie für 16,50€, Schweinefilet Medaillons; Sandwich mit gebratenem Speck, Salat, Tomaten, Mayonnaise und Pommes für 12,80€. Als Vorspeisen stehen z.B. Karotte-Ingwersuppe, Räucherlachs mit Kartoffelrösti und Kräutercreme, Wildkräutersalat oder auch Caesar Salad für preislich 6€ bis 11,90€ auf der Karte.

Die Öffnungszeiten des Vicotrian House sind etwas kompliziert. Seht sie Euch am besten direkt hier an. Faktisch könnt ihr an Wochenende und an Feiertagen nur bis 11:30 Uhr einen Tisch reservieren. Das Restaurant serviert (regulär) täglich von 09:30 Uhr bis 21:00 Uhr Frühstück (bis 14 Uhr), Mittagessen (Montag bis Freitag Businesslunch (11:30 Uhr – 15:00 Uhr) für durchschnittlich 7€, was für diese Lage vollkommen in Ordnung ist), den typisch traditionellen Afternoon Tea mit „clotted cream aus Cornwall“ und auch Dinner. Kartenzahlung ist möglich. Parken ist eher schwierig, da das Restaurant direkt am Viktualienmarkt liegt – ziemlich genau gegenüber vom Master´s home. Öffentlich könnt ihr das Restaurant am besten über das Isartor oder den Marienplatz (alle S-Bahnlinien) erreichen.

Solltet ihr noch auf der Suche nach einer Location für Eure Feier (ab 30 Personen), wie z.B. Geburtstag oder Hochzeit sein, könnt ihr das Victorian House auch anmieten. Angeboten wird Bone China, feine Leinen, Kristall und Silberbesteck. Das Menü wird dann natürlich wahlweise nach den eigenen Wünschen zusammen gestellt. Wir bezahlten  37€ mit Trinkgeld. Für zwei Frühstücke, ein zusätzliches Omelett und zwei Getränke durchaus in Ordnung für Münchener Innenstadt-Verhältnisse. Ich würde Euch einen Besuch im Victorian House auf jeden Fall empfehlen. Sicher nichts für jeden Tag und vom Frühstück her eher einfachere Kost, bzw. war z.B. bei unseren Frühstücken Nichts dabei, was man nicht in einem regulären Supermarkt auch zum Frühstück zu Hause kaufen könnte, aber dennoch zu empfehlen und sehr gemütlich mit überzeugendem Service und vor allem einzigartigem Ambiente. Am Abend werden die Tische weiß eingedeckt, das englische Flair wächst noch ein Stückchen. Reserviert unbedingt, wenn ihr das Victorian House – egal zu welcher Zeit – besuchen möchtet. Ich rate Euch dazu. In erster Linie wegen dem Ambiente.

Ich komme wieder: Grundsätzlich ja. Das Ambiente überzeugt. Das Frühstück ist einfach aber lecker. Wenn ihr gerne in englischem Ambiente speisen wollt seid ihr hier richtig.

Besuchte Lokalität: The Victorian House
Adresse: Frauenstraße 14, 80469 München
Website:  The Victorian House

Service: 9 von 10
Ambiente: 9  von 10
Essen: 7 von 10
Preis-/Leistungsverhältnis: 8 von 10
Bewertung: 33 von 40

Bilder: