Westend Factory_Steak_und_Fisch_Westend Bavarian Rolls

Vorspeise: Bavarian Rolls

Westend Steak & Fish Factory | Die „Westend Steak & Fish Factory“ liegt im Stadtteil Westend, genauer gesagt im Sheraton München Westpark Hotel und hat ganz neu seit Ende Oktober geöffnet. Ich habe mir das Restaurant gemeinsam mit meiner Begleitung direkt nach der Eröffnung am 21.10.2016 angesehen und muss sagen: Wow! Warum ich so begeistert bin? Zum einen, weil ich beinahe täglich von Lesern gefragt werde, was meine Tipps für gutes  Fleisch und Fisch in München angeht und zum anderen weil das Konzept der Neueröffnung besonders und neu ist.

Westend Factory_Steak_und_Fisch_Westend

Die Westend Factory von Innen

Das Konzept der Westend Steak & Fish Factory

Erst einmal: Warum „Westend Factory“? Mit dem Namen und dem damit verbundenen Konzept möchten die Betreiber des Restaurants an den ehemals als Arbeiterviertel bekannten Stadtteil Westend erinnern, bzw. an dessen Ursprung. Darum auch Factory (Fabrik) – viel Industrie und Arbeit prägten einst das Viertel. Die Wurzel des Namens und der Idee erkennt man auch in der bewusst einer Fabrik ähnelnden Ausstattung des schicken Restaurants. Das Besondere an diesem dürfte ganz klar das Konzept dahinter sein. Hier kommt nämlich alles was bestellt wird auf die Mitte des Tisches und jeder darf zugreifen. Einzelne Gerichte für sich selbst bestellt man hier also nicht, sondern immer für alle Gäste am Tisch. Am meisten macht die Westend Steak & Fish Factory Spaß, wenn man sich also seine/n Liebsten schnappt, einige Vor- und Hauptspeisen bestellt und gemeinsam genießt.

Die Zutaten für die einzelnen Gerichte haben in der Westend Steak & Fish Factory einen möglichst regionalen Bezug. So stammt der Fisch zum Beispiel aus der Fischerei Franz Weindl in Schongau am Lech, das Fleisch mitunter vom Karlshof in Ismaning oder auch vom Hofgut Schwaige in München (Dry Age New York Cut mit ca. 800 Gramm). Auch bei den Getränken wird auf möglichst regionalen Bezug geachtet und so gibt´s zum Beispiel „Kracherl“ vom Starnberger See in verschiedenen Sorten oder reinen Apfelsaft vom Holzerhof aus Ismaning. Genauso wird eine tolle Auswahl von ca. 25 – 35 Weinen aus Deutschland, Norditalien und Österreich angeboten. Die preislich am höchsten angesetzte Flasche ist hierbei ein 2011 Fontanafredda, Barolo Serralunga d`Alba aus dem Piemont für 42€.

Westend Factory_Steak_und_Fisch_Westend Speisekarte

Die Speisekarte

Das Angebot auf der Speisekarte ist ganz bewusst übersichtlich, sowie überschaubar gehalten. In der Westend Steak & Fish Factory nämlich zählt neben dem regionalen Bezug der stets qualitativ hochwertigen Zutaten eines ganz klar: Einfache, bodenständige und authentische Küche für die Gäste. Bestimmte Zutaten gibt es nur in einer bestimmten Menge bzw. Saison und so wird das jeweilige Gericht eben nur für einen kurzen Zeitraum bestellbar sein. Die Königsdisziplin der Facotry: Fleisch und Fisch. Die Speisekarte wechselt je nach Verfügbarkeit und Saisonalität der Zutaten regelmäßig durch. Auch ist das Küchenteam, geführt von dem erfahrenen Küchenchef Sven Segler, ständig dabei neues zu kreieren und Positionen der Speisekarte abwechslungsreich und immer wieder anders zu gestalten. Auch eine Karte für Kinder und Varianten für Vegetarier werden angeboten.

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Entrecôte im Schnitt

Angebot und Bewertung der Speisen

Es galt für mich also die Westend Steak & Fish Factory auf Herz und Nieren zu prüfen. Serviert wurden uns einige Vorspeisen, Hauptspeisen, ein Dessert und tolle Weine. Sobald ihr an einem der gemütlichen Tische sitzt und eure Getränkewünsche aufgenommen wurden, wird euch ein täglich frisch gebackenes Brot mit hausgemachtem Dip auf einem wuchtigen Holzbrettchen serviert. Bei uns war das ein gehaltvolles Roggenbrot sowie ein Frischkäse-Rote Beete-Dip mit Kresse. Danach ging es mit den zahlreichen kleinen und abwechslungsreichen Vorspeisen weiter. Bis diese serviert wurden bekamen wir einen spritzig-prickelnden Riesling Sekt von Markus Molitor als Aperitif. Wer auf Bubbles und hochwertigen Sekt steht, hat hiermit sicherlich einen guten Start in den Abend gewählt. Auch bei den Vorspeisen gilt das Sharing-Prinzip und alles landet in der Mitte des Tisches. Für uns gab es eine tolle Zusammenstellung.

So standen vor meiner Begleitung und mir einmal der „Kürbis Shot“ mit Kernöl und Brotwürfel“ (für 6€), die optisch an Sushi erinnernde „Bavarian Roll“ mit Brezenknödel, Meerrettich, Urmöhre und Biersoja (für 7€), der „Monaco Caesar Salad“ mit Romana Salad, Brezen und Bergkäse (für 7€), der 24 Stunden gegarte Schweinebauch mit Schwarzwurzel und Radieserl (für 9€), das „Almochsen Tatar“ (für 15 oder 22€ – je nach Menge), sowie die geräucherte Lachsforelle aus dem Schongau mit roter Beete, Kresse und Pumpernickel (für 9€).  Mein absoluter Favorit und zum Reinlegen gut war die Bavaria Roll – eine geschmackliche Mixtour aus Frische, Knackigkeit, Geschmack und Würze. Echt toll und ein Muss bei eurem Besuch. Auch das schick angerichtete Tatar war klasse. Tatar mag man entweder oder nicht. Trifft ersteres zu dürfte der Almochse von der Karte euch gute Dienste erweisen. Fein ging es auch mit dem Caesar Salad weiter. Dessen Dressing, als auch Geschmack in seinen einzelnen Komponenten war einfach klasse und durch sowohl Breze, als auch Bergkäse erfrischend anders und neu interpretiert. Wir konnten von dieser Vorspeisenrunde einfach nichts überlassen und so gingen nach gut 30 Minuten zahlreiche leere Teller zurück in die Küche.

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Das Wildbeeren-Sorbet

Weiter ging es nach einem kleinen Zwischengang – ein sehr geschmacksintensives und natürlich ebenfalls hausgemachtes Wildbeeren-Sorbet im Töpfchen – mit diversen Hauptgerichten: Fisch, Fleisch, zweierlei Saucen, Gemüse und Salat. Genauer gesagt mit einer Fleischplatte, serviert auf einem Holzbrett mit Dreierlei Fleisch: Entrecôte vom Kalb aus dem Münsterland (für 26€), „Porki“ Dry Age Schweinekotelette (für 29€) und Ochsen Roastbeef vom Gut Karlshof aus Ismaning (für 33€) mit hausgemachter Demi Glace. Dazu separat serviert Saibling aus Schongau (für 24€) mit hausgemachter Senfsauce. Dazu serviert wurde eine große Schüssel frisch angemachter Salat, sowie ein Topf mit frischem Gemüse und Kartoffeln. Das ist in der Westend Steak & Fish Factory normal: Zu allen Hauptspeisen nämlich gibt´s hier tagesfrische Beilagen und Salat. Das Gemüse solltet ihr euch genauer ansehen und intensiv schmecken. In diesem findet ihr z.B. die seltene Gemüsesorte „Bimi“ – eine Kreuzung aus Broccoli und Spargel. Den Abschluss bildete ein tolles Dessert. Davon gibt es immer zwei unterschiedliche in der Factory: Einmal Käse, einmal Blechkuchen je nach Saison. Wir bekamen eine im Töpfchen servierte Kombination aus Birnen- und Zwetschgen-Crumble mit Zabaglione auf Mürbeteig.

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Der Saibling

Dem Fleisch und Fisch gebührt nochmals eine separate Bewertung. Ich setzte beim Entrecôte aus dem Münsterland mit dem scharfen Schneidemesser an und merkte schon von dem Einschnitt, was mich gleich erwartet: Fleisch par excellence. Zart, auf den Punkt angebraten und butterweich. Einen kurzen Moment verfluchte ich das Sharing-Prinzip. 😉 Auch Schweinekotelette und Roastbeef – wahnsinn! Ich habe euch bei den Fotos extra Bilder nach dem ersten Cut angefügt. Bilder sagen mehr als 1.000 Worte. Auch der Fisch war super frisch. Ich muss zugeben, auf Grund des tollen Fleisches vergaß ich ihn zu Beginn, probierte dann aber ein Stückchen mit der Senfsauce. Frischer und auch hier zarter geht es nicht. Meine Begleitung war hingegen so begeistert von der hausgemachten Demi-Glace, dass die Sauce sogar „fälschlicherweise“ auf dem Fisch landete. 😉 Kulinarisch gesehen befanden wir uns an diesem Abend ganz klar im Himmel.

Ambiente und Service

Das Restaurant ist – angelehnt an den Namen und die Geschichte des Westends – gestaltet wie eine Fabrik. Blanke Wände, angenehm erdige und graue Töne, Schlichtheit und Design geschickt kombiniert. In vielen kleinen Details spiegelt sich das Konzept und die Geschichte der Lage und des Restaurants wieder. So wurden z.B. die oben erwähnten Bavarian Rolls auf einer Miniatur-Europalette (siehe Foto) serviert und auch bei vielen weiteren Details auf eine Linie geachtet. Ich fühlte mich schon direkt nach dem Reinkommen wohl. Dämmriges und gemütliches Licht, die Tische stehen nicht zu nah beisammen und es entsteht eine angenehme Atmosphäre.

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hausgemachtes Brot mit Dip

Auch der Service ist kompetent und aufmerksam. Nie zu oft am Tisch oder zu zweit weg als dass man lange auf etwas warten müsste. Beim Essen wurde uns alles freundlich erklärt, Fragen zu den Weinen, der Herkunft der Zutaten und vielem mehr beantwortet. (Apropos Weine: Werft unbedingt einen Blick auf die Karte und lasst euch hier gerne bei Auswahl und Stimmigkeit zum jeweiligen Gericht beraten. Es wird natürlich auch glasweise ausgeschenkt!) Was mir auch sehr gut gefallen hat bei meinem Besuch: Der Chef des Hauses schaut immer wieder mal bei den Gästen an den Tischen vorbei, fragt ob alles passt und schnackt auch gerne mal ein zwei Takte. Ungezwungen und ganz locker. Was ich mir ebenfalls nicht nehmen ließ: Die Hand der gerade einmal 20-jährigen Azubine Saskia Rittmann zu schütteln, welche das hochgelobte Fleisch so exzellent und auf den Punkt für uns zubereitet hatte. Also ich konnte das nicht mit 20 (…und 30… ;-)).

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Das Dessert

Hardfacts und persönliches Fazit

Ich komme wieder. Wenn ihr es genau wissen wollt noch diese Woche. Es ist schon reserviert für mich und einen Freund. Selten habe ich so gutes Fleisch gegessen, habe mich zugleich so persönlich gut betreut und wohl gefühlt wie in der Westend Steak & Fish Factory. Für mich der ideale Ort für Fleischfans, Fischfreaks und Freunde eines guten Glas Weins am Abend. Schreibt euch den Laden unbedingt auf eure To Do Liste. Die Küche ist kreativ und abwechslungsreich, der Service herzlich.

Geöffnet hat das Restaurant von 12:00 Uhr bis 14:30 Uhr, sowie von 18:00 Uhr bis 23:30 Uhr, warme Küche gibt es bis 22:00 Uhr. Reservieren macht Sinn und ist auch noch kurzfristig möglich. Das Restaurant bietet für 75 Personen im Inneren an ca. 20 Tischen (je nach Platzierung dieser) und 30 weitere Gäste auf der gemütlichen Terrasse Platz. Parken dürfte kein Problem sein, von der U-Bahn, der S-Bahn und Busstationen „Heimeranplatz“ ist das Restaurant nur einen Steinwurf entfernt. Einmal im Monat wird – auch wieder Bezug zur Regionalität – eine Mikrobrauerei aus der Region vorgestellt und ihr könnt neues Bier probieren – aktuell z.B. die Brauerei im Eiswerk („Joseph Spezial“ mit leichter Rauchnote, kräftigem Malzcharakter und angenehmen Röstaromen | 0,33l für 6,90€). Immer wieder finden auch Weinabende statt. Darüber informiert werdet ihr z.B. auf der Facebookseite der Westend Steak & Fish Factory. Das Maskottchen im Übrigen – zugleich auch Teil des Logos und halb Rind, halb Fisch – heißt Willi und ist immer wieder an verschiedenen Stellen in der Factory zu entdecken. Schaut doch einfach die Tage mal vorbei und überzeugt euch selbst. Einen Besuch kann ich euch nur empfehlen.

Besuchte Lokalität: Westend Factory – Steak & Fisch
Adresse: Garmischer Straße 2, 80339 München
Website




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