Was isst Deutschland - Cover

Das Buchcover „Was is(s)t Deutschland“

Was is(s)t Deutschland – Eine Kulturgeschichte über deutsches Essen – Ich falle gleich mal zu Beginn dieser Buchvorstellung mit der Tür ins Haus. Das Buch „Was is(s)t Deutschland“ gehört zu einem meiner neuen Favoriten. Wen das Thema Ernährung, Essen und dessen Entwicklung in der Geschichte Deutschlands interessieren, der muss sich dieses Buch – erschienen am 27.5.2016 im Tre Torri Verlag – unbedingt besorgen. Selten hat mich ein Buch so ab der ersten Seite gepackt, wenn es denn nicht gerade um einen spannenden Thriller geht.

Wo mit beschäftigt sich das Buch „Was is(s)t Deutschland“?

Es geht um die Einstellung zum Essen der Deutschen. Haben die Deutschen überhaupt ein Nationalgericht oder essen wir wirklich am liebsten doch Bratwurst, Spätzle, Kassler und Sauerkraut? (Das könnte ich zwar auch ohne Buch beantworten, aber im Buch lernt ihr auch warum das so ist oder eben doch nicht…).

Die Autorin Ursula Heinzelmann hat sich das und noch vieles mehr gefragt und durchleuchtet in ihrem Buch „Was is(s)t Deutschland“ die Historie der Esskultur einer Region, welche erst seit dem 19. Jahrhundert zu einem Nationalstaat wurde und so sowohl von den unterschiedlichsten Einflüssen älterer, als auch jüngerer Geschichte geprägt ist.
Es werden des Deutschen Bier- und Brezelklischees untersucht, aber auch Einblicke in die kulinarischen Vorlieben unseres Landes gegeben. Kennt ihr euch denn aus mit den Ursprüngen eures Deutschen Lieblingsgerichtes oder „schmeckt es einfach nur gut“? Wenn ihr ein wenig in dem Buch stöbert, wisst ihr wesentlich mehr als vielleicht nur die Zutaten und wo es am besten schmeckt. Ihr lernt besser die Zusammenhänge und eben auch die weit zurück reichende Geschichte kennen. Die Frage „Was is(s)t Deutschland?“ wird euch während dem Lesen bis in die Tiefe beantwortet.



Was isst Deutschland Bouletten und Bratwuerste freefoodphotos

Des Deutschen Leibgericht?

Tatsächlich gab es das Buch erstmals in englischer Originalausgabe 2014 in Großbritannien (erschienen als „Beyond Bratwurst – a History of Food in Germany“). Sofort nach seiner Erscheinung wurde es nominiert zu einem der „Food Books of the Year“. Klar also für mich, dass ich auch einen Blick rein werfen musste. Doch noch viel mehr: Ich verschlang dieses Buch nahe zu, auch wenn es – zugegeben – recht viel zu lesen ist. „Aufgelockert“ wird das Buch immer wieder durch interessante Farbfotografien und Darstellungen, wie z.B. ein Bild des Münchner Oktoberfestes aus dem Jahre 1854 oder auch einer Kollage mit beliebten Partygerichten aus den frühen 1960ger Jahren. „The Times Literary Supplement“ schrieb über das Buch beispielsweise: „Ursula Heinzelmanns deutsche Kulturgeschichte aus der Sicht des Essens ist so substantiell wie ein Roggenbrotlaib und doch zugleich so leicht wie schäumender Sekt, so köstlich wie ein Bahlsen Leibniz-Keks und …wie eine Niederegger Marzipankartoffel….“. Kann ich nur bestätigen, vor allem weil Niederegger eben wirklich gutes Marzipan macht. 😉

Das Buch ist übersichtlich gestaltet und in 12 verschiedene Kapitel gegliedert. Von „Frisches Fleisch und Lac Concretum“, über „Üppige Gelage und Furchtbare Hungersnöte“, bis hin zu „Kaffe, Zucker und Kartoffeln“ oder auch „Hoffnung und Hunger, Vollkornbrot und Kohlrüben“ ist eigentlich so gut wie kein Thema der Deutschen Esskultur ausgelassen. Mir zumindest ging es beim Durchlesen – ohne auch nur eine Seite zu überspringen – so, dass ich immer mehr und mehr darüber wissen wollte. Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass das Buch „Was is(s)t Deutschland“ ausreichend Potenzial bereit hält selbst bei „Nicht-Essen-Fans“ (Gibt es so etwas überhaupt?), bzw. Menschen, die sich eher kaum bis gar nicht mit dem Thema Essen und Ernährung auseinander setzen, ein neues Interessengebiet bei diesen frei zu setzen. Also ich werde immer und immer wieder darin nachschlagen und lesen. Wer will denn bitte nicht wissen, wieso wir überhaupt essen, was wir denn da täglich zu uns nehmen. Es ist genauso interessant, unterhaltsam und abwechslungsreich wie es klingt. „Was is(s)t Deutschland“? – Findet es am besten selbst heraus.

Viel Spaß damit. Hier gehts zur Was is(s)t Deutschland – Leseprobe.



Bibliografische Daten:

Buchvorstellung von: Was is(s)t Deutchland von Ursula Heinzelmann
Herausgebender Verlag: Tre Torri
Herausgeber: Süddeutsche Zeitung Edition
Hardfacts: Hardcover mit zahlreichen Fotos, Hochkant-Format, 432 Seiten, 39,90€