Regional ernähren – Ihr könnt euch sicher noch an meinen Artikel über den Lieferdienst Regionalmarkt erinnern. Regionalmarkt ist wie berichtet ein Onlinemarkt für Lebensmittel mit regionaler Herkunft aus München bzw. dem Münchner Umland und bietet ausschließlich Produkte mit hochwertiger Qualität an. Wie damals erwähnt, habe ich mir natürlich auch gleich einige regionale Produkte zum Testen bestellt und war sofort begeistert.

Kürzlich war es mir dann nach einer weiteren Bestellung toller regionaler Produkte (…das Karotten-Nuss-Brot war einfach der Wahnsinn….) und so entstand der erneute Kontakt zum netten Regionalmarkt-Team und Geschäftsführer Sebastian Müller. Wir kamen ins ratschen und Sebastian berichtete mir in einem kurzen Gespräch über sein Projekt sich 30 Tage lang ausschließlich von regionalen Produkten zu ernähren.

Da der Wunsch nach gesunder Ernährung – und eben am liebsten mit regionalen Lebensmitteln, welche dazu über eine lückenlose und  hohe Transparenz bei den Inhaltsstoffe verfügen – stetig mehr in den Fokus rückt, habe ich mich entschieden, euch über Sebastians Erfahrungen zu berichten. Mich selbst interessierte sehr wie Sebastian erging und ob dies eigentlich möglich ist ohne groß auf etwas, was man eben gerne auf dem eigenen Teller findet, verzichten zu müssen. In regelmäßigen Abständen habe ich mich mit Sebastian getroffen und mir erzählen lassen wie das Produkt „Probier mal regional“ so läuft.

VORBEREITUNG:

30 Tage ausschließlich regionale Ernährung kann ja eigentlich nicht so schwer sein hatte ich mir gedacht und dementsprechend streng meine Bedingungen gefasst: 100km Umkreis um meinen aktuellen Aufenthaltsort, in welchem alles angebaut, produziert und weiterverarbeitet werden muss, was ich in den nächsten 30 Tagen essen werde. Meine einzige Ausnahme: Kaffee, ohne den ich dann doch schlecht bei Laune zu halten wäre.

Die Motivation dahinter: Bereits vor einem Jahr habe ich Regional Markt gegründet und auch durch meine Karriere als Leistungssportler schon immer starken Bezug zu gesunder und bewusster Ernährung gehabt. Trotzdem wollte ich einfach gern mal wissen, wie es ist, sich nicht nur bewusst und ausgewogen zu ernähren, sondern eimal das Extrem zu wagen, komplett auf Importware zu verzichten und zu gucken, inwieweit und vor allem, mit welchem Aufwand dies heutzutage überhaupt noch möglich ist.

1. WOCHE

Erwartungsvoll habe ich zunächst konventionelle Supermärkte besucht, um zu gucken, wie das Angebot an regionalen Produkten ist und wurde dort schnell enttäuscht. Selbst wenn es saisonal-bedingt möglich gewesen wäre, die Produkte unserer Region vorrätig zu haben, kamen sie teilweise aus weit entfernten Ländern. Wenn es dann regional deklarierte Produkte gab, fiel mir besonders auf, wie schlecht teilweise die Qualität war. Welk lag der regionale Rucola eingeschweißt in einer Plastikschale, während die weit gereiste Ware mir im Bund deutlich frischer entgegen leuchtete. Sollten aber nicht gerade die kurzen Wege eine besondere Frische gewährleisten? Auch war es bei der verpackten Ware kaum nachvollziehbar, ob vielleicht auch nur der letzte Produktionsschritt regional stattgefunden hatte und die Inhaltsstoffe ansonsten von überall her kamen und allgemein war meine gefasste Definition der Regionalität in keinster Weise mit der der besuchten Supermärkte vereinbar. Selbst das, extra zur Identifikation regionaler Produkte eingeführte Regionalfenster umfasst oft Produkte aus der Gesamtregion Bayern und Baden-Württemberg. Auch einen Tag später, beim Besuch im Bio-Supermarkt sah es, anders als ich angenommen hatte, nicht besser aus. Nach gut einer guten Stunde habe ich entmutigt den Markt verlassen. Meine einzige Ausbeute: Eingelegte saure Gurken.

Schnell habe ich gemerkt, dass der Planungsaufwand doch größer ist als zunächst angenommen und ich, wenn ich nicht anfange zu planen, entweder mit knurrendem Magen ins Bett muss oder die nächsten Wochen von Rührei und Kartoffeln lebe.

2. WOCHE

Inzwischen habe ich mich ganz gut gewöhnt, komme ganz gut damit zurecht 2 Tage vorauszuplanen und habe genug Produkte identifiziert, die auch ein bisschen Abwechslung in meinen Speiseplan bringen. Gerade durch die saisonal-bedingte Zunahme an heimischer Salat- und Gemüseauswahl, fällt es mir leichter, ein bisschen Vielfalt auf meinen Teller zu bringen.

Dies bringt aber auch mit sich, dass durch Wochenmarkt-und Hofladenbesuche sehr viel Zeit auf das Einkaufen verwendet werden muss, die ich eigentlich im Alltag nicht habe. Was mich stark verwundert hat: Ich habe diese Woche regionale Erdbeeren auf dem Viktualienmarkt entdeckt. Ob das im März hier in unserer Region wirklich nötig ist, finde ich mit Hinblick auf ein nachhaltiges Wirtschaften stark hinterfragbar.
Was mir diese aber Woche schwerfiel: Egal, ob es der mitgebrachte, frisch gebackene Kuchen des Arbeitskollegen war, das Süßigkeitenglas auf dem Bürotisch oder der Milchreis beim Abendessen – ich hatte das Gefühl an jeder Ecke lockten süße Versuchungen. Tapfer habe ich jegliche Nachmittagstiefs mit Natur-Joghurt, Müsli und Honig bekämpft.

Und dann stand am Ende der 2. Woche auch noch das Osterfest in der Heimat an, wo ich natürlich überhaupt nicht wusste, wo ich dort regionale Produkte bekomme. Meinen Eltern, die ich dann doch 2 Tage im Voraus vorgewarnt hatte, sei Dank, hatte ich von Geflügelwürstchen, über Kartoffeln und eigens angebauten Rosmarin, bis hin zum leckeren Kalbsschnitzel und Rheingauer Weißwein kulinarisch gesehen ein phantastisches Osterfest auch außerhalb meines normalen Umfelds.

3. / 4. WOCHE

Nachdem ich in den ersten Wochen viel damit beschäftigt war zu gucken, wo ich überhaupt regionale Produkte bekomme und was für Produkte ich bekomme, habe ich mich in diesen Wochen mehr damit beschäftigt, wie diese Form der Ernährung auch in den täglichen Arbeits- und Lebensalltag einzubinden ist. So habe ich mich zunächst auf die Suche nach Restaurants gemacht, die Gerichte aus regionalen Zutaten zubereiten und mit der Lekkerei, und dem Klinglwirt zwei wirklich gute Möglichkeiten gefunden, richtig lecker regional essen zu gehen.

 Ich habe aber nicht nur Restaurants gefunden. Je länger ich mich damit beschäftige, desto mehr Möglichkeiten fallen mir auf regional zu essen und trinken, wie beispielsweise im Cafe del fiore, wo zur Eisherstellung, zum Milchschäumen und für andere Milchspeisen, frische Milch direkt vom Bauernhof hier aus der Region verwendet wird. Das einzige Manko des auswärtigen regionalen Essens: manchmal ist es, wie beispielsweise beim Currywurstessen in der Mittagspause, vielleicht ein bisschen beilagenlos.

Auch mein Umfeld hat sich schnell gewöhnt und statt Skepsis wurde mir Verständnis, Tipps und positives Feedback entgegen gebracht. Sogar zur Geburtstagsfeier meines Freundes, wo ich fürchtete, hungernd daneben sitzen zu müssen, hatte sich das Geburtstagskind schon vorher in der Schlossbrauerei Maxlrain erkundigt und mir ein regionales Geburtstags-mit-essen organisiert. Ich wurde also in den 4 Wochen von meinen Mitmenschen rundum gut versorgt.

FAZIT

Schlussendlich muss ich aber auch sagen, dass ich zwar vieles ausprobiert habe, je länger ich den Selbstversuch jedochgemacht habe, immer mehr auf unsere Regional Markt Produkte zurückgegriffen habe. Auch wenn ich auch auf Märkten und in Hofläden viele regionale Produkte gefunden habe, die auch meinen Regional-Kriterien entsprachen, habe ich einfach nicht die Zeit so viel Aufwand auf das Einkaufen zu verwenden. So habe ich mit Regional Markt die Chance, Produkte mit der Transparenz und der Qualität eines Hofladens aber mit dem Service, der sich in einen normalen, stressigen Arbeitsalltag integrieren lässt, zu bekommen.

 

Ich habe gleich Lust bekommen, das kleine „Experiment“ ebenfalls auszuprobieren. Wie geht es euch? Habt ihr auch schon Erfahrungen mit regionalen Produkten gemacht, bzw. die Vorzüge ganz klar fest gestellt. Danke an dieser Stelle nochmals an Sebastian von Regionalmarkt – dem Online Markt für regionale Lebensmittel.

Sebastian steht euch sicherlich für Fragen, Anregungen und Informationen zu den verwendeten Produkten (natürlich auch erhältlich im Online-Shop von Regionalmarkt) zur Verfügung. Schaut doch am besten gleich hier vorbei, was es alles köstliches zum Start eures Projektes gibt. 🙂